Hausbau Neubau Baukosten steigen

Baukosten steigen so schnell wie seit 14 Jahren nicht mehr

Der Schock sitzt tief: Im Mai 2021 hat das Statistische Bundesamt den stärksten Anstieg der Baukosten seit 14 Jahren festgestellt. Um sage und schreibe 6,4% lagen die Neubaukosten für konventionell gefertigte Wohngebäude in dem Monat höher als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Lag die Steigerung 2007 maßgeblich an der Erhöhung der Mehrwertsteuer, so sind aktuell stark gestiegene Preise für bestimmte Baumaterialen Auslöser der Kostenexplosion.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schlüsselt in ihrer Berichterstattung die größten Kostentreiber wie folgt auf:

  • Zimmer- und Holzbauarbeiten +28,5%
  • Dachdeckerarbeiten +8,3%
  • Klempnerarbeiten +8,1%
  • Sielbauarbeiten +7,8%
  • Betonarbeiten +6,6%
  • Maurerarbeiten +4,4%

Explodierende Materialkosten treiben die Baukosten

Als kleines Trostpflaster kann zu dieser Liste angemerkt werden, dass Beton- und Maurerarbeiten beim konventionellen Hausbau den größten Kostenblock darstellen. Grund für den Anstieg sind weniger die Personal- als vielmehr die Materialkosten. Denn bestimmte Baumaterialen sind knapp und das treibt den Preis.

Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie schreibt in einer Mitteilung dazu: „Alles, was mit Holz, Metallen oder Ölprodukten zu tun hat, ist deutlich teurer geworden.“ Das betrifft somit vor allem klassische Baumaterialien wie Holz, Betonstahl- und Stahlmatten oder Bitumen sowie Dämmstoffe. Am ärgsten sind die Preisanstiege beim Bauholz.

Wie Der Spiegel berichtet, kletterte der Preis für Konstruktionsvollholz binnen einem Jahr um 83,3 Prozent, der für Dachlatten um 45,7 Prozent und der für Bauholz um 38,4 Prozent. Laut Spiegel befeuern auch die Preise für Stahl die Kosten. So kostete Betonstahl im Mai 2021 rund 44 Prozent mehr als ein Jahr. Hauptgründe für die anziehenden Holz- und Stahlpreise sehen die Statistiker in der steigenden Nachfrage im In- und Ausland sowie in Problemen in der Lieferkette während der Coronapandemie. Das Handwerk gibt die höheren Kosten in der Regel an die Kunden weiter.

Knappheit führt zu Verzögerungen auf den Baustellen

Die Knappheit an wesentlichen Baumaterialen hat bereits auf vielen Baustellen zu Verzögerungen geführt. Bauherren warten teils Monate auf die Ausführung von Dacharbeiten, weil für Dachstuhl, Gauben oder Verkleidungen kein Bauholz zu vertretbaren Preisen zu bekommen ist. Auch die klimafreundliche Dämmung von Gebäuden, die aktuell neu von der Bundesregierung gefördert wird, gerät ins Stocken.

Und noch ein Problem folgt aus der Preisspirale: Auf den Baustellen häufen sich immer mehr Diebstähle von Material. Wurden früher vor allem Geräte entwendet, haben es Kriminelle zunehmend auf Konstruktivholz, Dämmmaterial und Sielrohre abgesehen.

Foto: filmfoto/istockphoto.com


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