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Hamburg-Nord boomt: Das wird in Klein-Borstel, Alsterdorf, Fuhlsbüttel und Ohlsdorf gebaut

Der Bezirk Hamburg-Nord plant zahlreiche Bauvorhaben in den Stadt- bzw. Ortsteilen Klein-Borstel, Alsterdorf, Fuhlsbüttel und Ohlsdorf.

Fokus der Baumaßnahmen bleibt wie schon in den Vorjahren der Wohnungsbau. 2020 konnte mit 1.650 neu genehmigten Wohneinheiten im Bezirk Hamburg-Nord laut Behördenangaben der Zielwert von 1.200 deutlich übertroffen werden. Der neue Bezirksamtsleiter Michael Werner-Boelz sagte gegenüber dem Hamburger Abendblatt (siehe Bericht vom 11.01.2021) „Seit Jahren kämpfen wir für ausreichend und bezahlbaren Wohnraum. Deshalb müssen weitere Wohnungen geschaffen werden.“ In diesem Jahr befinden sich laut Bezirk Hamburg-Nord 2.600 Wohnungen in der Realisierungsphase.

Bebauung Anzuchtgarten in Klein-Borstel verabschiedet

Im Stadtteil Ohlsdorf mit seinem Ortsteil Klein-Borstel sind folgende größere Bauvorhaben laut Angaben des Bezirks in Planung bzw. bereits in der Realisierung: Mit dem “Urban Village Klein Borstel” soll auf der gemäß dem Bürgervertrag bis 2022 als Flüchtlingsunterkunft genutzten Fläche des ehemaligen Anzuchtgartens ein Wohnquartier entstehen. Bis Ende 2019 lief die öffentliche Auslegung des Bebauungsplans, bei der von Anwohnern Bedenken u.a. gegen die Dichte der Bebauung und die Zunahme des Verkehrs geäußert wurden. Der Bebauungsplan Ohlsdorf 30 wurde im Mai 2020 von der roten-grünen Mehrheit im Bezirk beschlossen. Die CDU-Opposition mit der Klein-Borsteler Wahlkreisabgeordneten Martina Lütjens kritisierte das Vorgehen. Geplant sind 97 Wohneinheiten und eine Kita mit 60 Plätzen. Beginn der Arbeiten ist ab Mitte 2022.

Im Grünen Grunde hat auf dem ehemaligen Gelände des Schwimmbads Ohlsdorf der Bau von drei Häusern mit insgesamt 116 Wohnungen begonnen, von denen 53 öffentlich gefördert sein sollen. An der Fläche verläuft der Alsterradweg, der in dem Zuge saniert wird. Die Wohnungen sollen Mitte 2022 bezugsfertig sein. Details erfahren Interessenten auf der Projektseite “Alsterkant” des Bauvorhabens.

Zwei größere Bauvorhaben in Alsterdorf geplant

In Alsterdorf sollen in dem kommenden zwei Jahren zwei größere Vorhaben für den Wohnungsbau starten: Am Maienweg 77 entstehen rund 100 Wohnungen, die alle öffentlich gefördert und vermietet werden. Auf der Fläche des 2012 abgebrochenen Koops-Hauses sollen rund 90 Wohneinheiten gebaut werden. Das Baugrundstück ist Teil der Evangelischen Stiftung Alsterdorf, welche durch Sengelmannstraße, Alsterdorfer Straße und die U-Bahnlinie U1 begrenzt wird. Die Distanz zum Alsterdorfer Markt – dem Zentrum des Stiftungsgeländes – beträgt rund 150m.

Noch keinen konkreten Zeitplan gibt es für den geplanten Neubau der Kita “Am Blumenacker” in Fuhlsbüttel. Im Nordteil des Grundstücks sollen 24 Wohnungen entstehen. Für die bis zu 60m langen Grundstücke im benachbarten Blockinnenbereich sollen Optionen für einen Teilverkauf zur Ansiedlung von Reihenhäusern ermöglicht werden. Der Einzelhandel am Erdkampsweg ist ca. 600m entfernt. Ebenfalls noch unklar ist der Baubeginn für die Bebauung des nicht mehr benötigten Teils des Justizvollzugsanstalt (JVA) Fuhlsbüttel. Die Fläche ist circa 4,5 Hektar groß. Ein neuer Bebauungsplan soll entwickelt und verabschiedet werden.

In Hamburger City-Nord entstehen Wohngebäude

Die bekannte Hamburger City-Nord mit den markanten Büro-Hochhäusern soll in den kommenden Jahren um Wohngebäude erweitert werden. Auf dem Grundstück der früheren “Postpyramide” genannten Oberpostdirektion werden 523 Wohnungen mit rund 38.000 qm Wohnfläche geplant. Dazu kommen Büro, Gewerbe und eine Kita. Die Bauarbeiten am “Projekt Ipanema” sollen nach dem Eigentümerwechsel im Frühjahr 2021 fortgesetzt werden. Die Fertigstellung ist bis 2024 geplant. Details können auf der Projekt-Homepage in Erfahrung gebracht werden. Ein Stück nördlich zwischen Sydneystraße und Überseering sollen auf dem Areal der früheren Postbank 180 Wohnungen entstehen. Am Mexikoring ist ein zwölfstöckiges Haus mit 166 Mikroapartments geplant.

Untersuchung zur Erweiterung des Hamburger Stadtparks begonnen

Laut Hamburger Abendblatt sollen außerdem öffentliche Grünanlagen aufgewertet und erweitert werden. Im Stadtparkt könnten zum Beispiel die Otto-Wels-Straße und der Südring für Autos gesperrt und der Park um nahe gelegene Bereiche vergrößert werden. Eine entsprechende Untersuchung (Details) hat im Herbst 2020 begonnen und soll im Frühjahr 2021 vorgestellt werden. Im Alstertal beginnt der barrierefreie Ausbau des Alsterwanderwegs zwischen Ohlsdorfer Schleuse und Meenkwiese. Im ersten Bauabschnitt sollen die Treppen am Alsterdorfer Damm und an der Rathenaustraße durch Rampen ersetzt werden.

Sanierung der Wellingsbütteler Landstraße schlägt hohe Wellen

Große Wellen schlägt die Sanierung der Wellingsbütteler Landstraße, die im Juli 2021 beginnen soll. Anwohner und Gewerbetreibende äußern viel Kritik an der bis zu 5-jährigen Bauzeit und den langen Sperrungen der wichtigen Verbindungsstraße durchs Alstertal. In drei Bauabschnitten werden auf dem rund 3,8 Kilometer langen Abschnitt zwischen Fuhlsbütteler Straße bis zur 90-Grad-Kurve am Wellingsbütteler Torhaus Siel, Frischwasser, Strom und Gasleitungen erneuert. Anschließend soll eine neue Straße mit Radwegen und einer gerade einmal 4,50m breiten Fahrbahn entstehen. Das Gutachten zur verkehrstechnischen Planung und weitere Details finden sich hier. Die CDU-Nord hat diesen ersten Planungsentwurf ebenfalls kritisiert.

Zahlreiche weitere Angaben zu den öffentlichen Bauvorhaben im Hamburg-Nord und über die zugehörigen Stadtteile liefert der Bericht zum Wohnungsbauprogramm 2021 des Bezirks Hamburg-Nord, der hier als PDF-Datei angesehen werden kann, sowie die Webseite des Bezirks zu aktuellen Wohnprojekten.

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Foto: Kohlschein

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