Eu Kommission fordert Sanierungszwang Energieeffizienz Wohngebäude

EU will Hauseigentümer zur Energie-Sanierung zwingen – massive Kosten befürchtet

Die Europäische Kommission plant, Eigentümer besonders energie-ineffizienter Gebäude in den kommenden Jahren zu einer klimafreundlichen Sanierung zu zwingen. Experten gehen davon aus, dass rund 3 Millionen Gebäude in Deutschland von der Sanierungspflicht betroffen sein könnten. Dies berichtet haufe.de in einem aktuellen Beitrag. Die EU-Kommission hat Mitte Dezember ihre neue Gebäude-Richtlinie vorgelegt.

Langfristiges Ziel ist es, dass bis 2050 der Gebäude-Sektor in der EU klimaneutral sein soll. Schätzungen zufolge sind die Gebäude für circa 40% des Energieverbrauchs und ca. ein Drittel der CO2-Emmissionen im Gebiet der EU verantwortlich. Um das ambitionierte Einsparziel zu erreichen, hat die Kommission nun den Plan „Fit for 55“ vorgelegt, durch den bis 2030 eine CO2-Einsparung von 55% erzielt werden soll. Nach Vorlage der Richtlinie wird diese nun vom Europa-Parlament und den Mitgliedsstaaten diskutiert. „Es bleibt für Eigentümer abzuwarten, ob und in welcher Form genau die Pläne verabschiedet werden“, sagt der Immobilienexperte und Hamburger Immobilienmakler Dr. Ingo Kohlschein. Etwa Dreiviertel des aktuellen Gebäudebestands in der EU gelten als energetisch ineffizient.

Ab 2030 sollen alle Neubauten klimaneutral sein

Konkret schlägt die EU-Kommission vor, dass öffentliche und nicht bewohnte Gebäude bis 2027 klimafreundlich saniert werden müssen. Für Wohnhäuser gilt eine Frist bis 2030. Ab dem Datum soll kein Gebäude mehr dem schlechtesten Energiestand angehören. Neubauten sollen ab dem Jahr 2030 sogar komplett klimaneutral sein, dürfen dann keine Treibhausgase mehr emittieren. Wie haufe.de berichtet, stagniert die jährliche Renovierungsquote in den EU-Mitgliedstaaten derzeit zwischen 0,4 und 1,2 Prozent. Laut EU-Kommission sei mindestens eine Verdoppelung der Quote erforderlich, um die Energieeffizienz- und Klimaziele der EU zu erreichen.

Wie zu erwarten war, laufen zahlreiche Interessenvertreter seit der Bekanntgabe der Pläne Sturm gegen die Maßnahmen – und zwar auf Seiten der Eigentümer- als auch der Mietervertreter. Alle fordern massive staatliche Unterstützung für die Sanierungsmaßnahmen. „Eine faktische Sofort-Verdoppelung der Sanierungsrate ist unter den aktuellen Bedingungen von knappen Handwerkskapazitäten sowie angesichts Materialmangel und -verteuerung absolut realitätsfern“, sagte GdW-Präsident Axel Gedaschko zu den Plänen. Gedaschko forderte einen Rechtsanspruch auf Förderung. Eigentümern, die kein Eigenkapital hätten, müsse der Staat eine Lösung anbieten, damit sie sanieren könnten, so der GdW-Präsident, der den Spitzenverband der Wohnungswirtschaft (GdW) vertritt.

Der Deutsche Mieterbund warnt vor Belastungen für die Mietenden: „Den Vermietern entstehen durch die Sanierung erhebliche Kosten, die sie auf die Mieter umlegen werden“, sagte Verbandspräsident Lukas Siebenkotten laut einem Bericht im ZDF. „Die Folge laut Siebenkotten: „Die Mieten werden steigen.“ Zwar gebe es rechtliche Regelungen, die den Mietenanstieg begrenzten. Aber: „Die müssen konsequent beachtet und angewandt werden.“ Die Politik müsse zudem mehr Geld für die Investitionen zur Verfügung stellen, so der oberste deutsche Mietervertreter.

Foto: Alexandros Michailidis/istockphoto.com


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