Welche Heizungstechnik ist für Heizungstausch und Zuschüsse die beste

Zuschüsse für Heizungstausch kassieren – welche Heiztechnik ist am besten

Der Gebäudesektor soll in Deutschland in den kommenden Jahren und Jahrzehnten einen maßgeblichen Beitrag zur Reduzierung des CO2-Ausstosses und damit zum Schutz des Klimas beitragen. Neben der Dämmung des Gebäudes und dem Austausch der Fenster kommt der Erneuerung alter Heizungen dabei eine Schlüsselrolle zu. Kein Wunder also, dass der Einbau neuer Heizanlagen mit erheblichen Zuschüssen gefördert wird. Welche Zuschüsse es für den Heizungstausch bzw. Neubau gibt und wie hoch diese ausfällt, lesen Sie in diesem Blogbeitrag. Denn in Hamburg kann der Zuschuss fast bis zu 60% betragen!

Als umweltfreundlichste Wahl bei einer neuen Heizung gelten Wärmepumpen, Biomasseanlagen, Erneuerbare Energien-Hybridheizungen (EE-Hybride). Für diese Anlagen gilt der höchste Fördersatz im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude-Einzelmaßnahmen (BEG EM) von bis zu 35%, zu dem sich weitere Förderprogramme addieren.

Wärmepumpen sind wartungsarm und variabel

Wärmepumpen sind bereits seit langer Zeit im Einsatz und gelten als verlässliche und in der Anschaffung vergleichsweise günstige Anlagen. Am häufigsten kommen Luft-Wasser-Wärmepumpen zum Einsatz (LWP). Sie funktionieren im Fall kleinerer Wohneinheiten über die Raum-Abluft und bei größeren Wohneinheiten wie Einfamilienhäusern über ein Außengerät mit Lüftung. Letztgenannte nutzen bis zu 70% die Außenluft als Energiequelle. Das Prinzip lässt sich in Kurzform als umgekehrter Kühlschrank erklären. Zu beachten sind bei Luft-Wasser-Wärmepumpen die Geräuschemissionen des Außengeräts, was bestimmte Mindestabstände zu Nachbarn erfordert. Außerdem hat Wärmepumpen in der Regel elektrische Zuheizer, falls bei besonders kalten Temperaturen die Heizleistung nicht ausreicht. Auf entsprechende Mehrkosten beim Stromverbrauch sollte man sich daher einstellen.

Deutlich teurer aber auch leistungsfähiger sind erdgekoppelte Wärmepumpen. Sie beziehen die Energie aus der Erde, entweder in Form von im Garten vergrabenen Flächenkollektoren oder durch eine Erdbohrung. Es kommt dabei als Wärmeträgerflüssigkeit in der Regel Sole zum Einsatz, die durch die Kollektoren bzw. zur Sonde strömt und so die Nutzwärme für Heizung und Warmwasser erzeugt (Sole-Wasser-Wärmepumpe). Solche Anlagen sind zwar deutlich leistungsstärker und eignen sich neben dem Heizen auch zum Kühlen im Sommer, jedoch können sie nicht in jedem Fall gebaut werden. Für die Erdbohrung wird eine Genehmigung der lokalen Behörden benötigt (die z.B. aus Wasserschutzgründen verweigert werden kann) und die Flächenkollektoren haben sehr großen Platzbedarf. Zwar verschwinden sie im Erdreich, ein entsprechend großzügiger Platz wird beim Einbau aber trotzdem benötigt. Ferner sind die erdgekoppelten System deutlich teurer als Luft-Wasser-Wärmepumpen und teurer bei Wartung und Instandsetzung.

Biomasseanlagen eignen sich für Nahwärmenetze und hohe Leistungen

Biomasseanlagen sind in privaten Haushalten in der Regel Holz-Heizungen, die mit Pellets oder Hackgut befeuert werden. Bei Bedarf können die Anlagen mit einem Partikelabscheider ausgerüstet werden. Im Gegensatz zu den Wärmepumpen müssen die Biomasseanlagen laufend mit neuem Brennmaterial beschickt werden. Für das Brenngut wiederum sind Lagermöglichkeiten und eine Beschickungsanlage notwendig. Die Anlagen sind daher im Gegensatz zu Wärmepumpen aufwändiger bei Wartung und Reinigung. Ihr Vorteil liegt in der Unabhängigkeit vom Strom-Zuheizen und ihrer hohen Leistungsfähigkeit. Sie eignen sich daher auch gut für Nahwärmenetze und Heizungssystem mit höheren Vorlauftemperaturen. Denn Wärmepumpen sollten in der Regel mit Niedrigtemperatur-Anlagen wie Fußbodenheizungen kombiniert werden. Klassische Heizkörper scheiden typischerweise aus.

Erneuerbare Energien Hybridheizung (EE Hybrid)

Im Fall von Erneuerbare Energien Hybridheizungen (EE Hybrid) werden zwei regenerative Wärme- bzw. Energieerzeugen in einer Anlage kombiniert. Als Kombination kommen gegenwärtig in Frage:

  • Solaranlage
  • Biomasseanlage
  • Wärmepumpe

Welche Anlage in welcher Dimension am besten kombiniert werden, hängt von den Anforderungen und Gegebenheiten vor Ort ab. So lassen sich durch die Kombination die Stärken der verschiedenen Technologien optimal nutzen wie Betriebssicherheit, Kosteneffizienz, Leistung oder die Kühlfunktion einer Wärmepumpe.

Solarthermische Anlagen werden mit bis zu 30% aus der BEG EM gefördert – plus weitere Zulagen

Eine Förderung aus der BEG EM in Höhe von bis zu 30% wird für Solarthermische Anlagen zur Heizungsunterstützung gezahlt. Solartehrmische Anlagen verwenden gewonnene Wärme aus der Sonnenstrahlung. „Möglich wird das mit Hilfe von flachen oder röhrenförmigen Sonnenkollektoren auf dem Dach, die meist schwarz beschichtete Absorberflächen enthalten“, schreibt die Verbraucherzentrale. Im Unterschied zu einer Photovoltaik-Anlage, die mit Hilfe von Solarzellen elektrischen Strom aus Sonnenenergie erzeuge, liefere eine Solarthermie-Anlage Wärme zur Erwärmung des Wassers oder auch zur Unterstützung der Heizung. Eine solartehrmische Anlage loht sich besonders dann, wenn die gewonnen Energie weitgehend vollständig selbst verbraucht werden kann. Die Leistung der Anlage hängt maßgeblich von der Größe der Kollektorfläche, ihrer Ausrichtung zur Sonne sowie der verwendeten Heizung ab.

Gas-Hybridheizung kombiniert Erdgas mit erneuerbarer Energie

Bei einer Gas-Hybridheizung (oder auch Erdgas-Hybridheizung) handelt es sich um eine Kombiheizung mit einer zweiten Energiequelle aus mit erneuerbaren Energien, zum Beispiel einer Wärmepumpe, Solarthermie oder Biomasse. Im Gegensatz zur EE Hybridheizung besteht also ein Teil der Anlage aus einer klassischen Gasbrennwerttherme. Die häufigste Kombination besteht in einer Gasbrennwerttherme mit einer solarthermischen Anlage zur Wassererwärmung und Heizungsunterstützung. Eine Gas-Hybridheizung erfüllt somit auch bei einem Neubau die gesetzliche Anforderung, dass mindestens 15% der Wärme aus erneuerbaren Energien stammen.

Foto: TimSiegert-batcam/istockphoto.com


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